- Extrem anspruchsvolle Rallye Polen begünstigt erfahrene Teams
- Saubere Fahrt: Claire Schönborn und Michael Wenzel bleiben fehlerfrei
- Knifflige Aufgaben: Wechselndes Grip-Niveau und unebene Pisten kosten Rhythmus
Erfahrung lässt sich nur durch eine Sache ersetzen – noch mehr Erfahrung: Claire Schönborn hat die Rallye Polen auf Platz zwölf von 16 Junior-Crews beendet. Der dritte Lauf zur Junior-Wertung innerhalb der FIA Rallye-Europameisterschaft (ERC) hatte es vor allem aufgrund von sich ständig verändernden Grip-Niveaus und einer notorisch unebenen Fahrbahn in sich. Gemeinsam mit ihrem Beifahrer Michael Wenzel blieb Claire Schönborn unter diesen kniffligen Bedingungen fehlerfrei, fand aber auch nicht in den gewünschten Rhythmus. Die Rallye Polen war von heftigen Unfällen überschattet, die zeigten, wie herausfordernd die Streckenverhältnisse auch für erfahrene Crews waren. Für Claire Schönborn bot ihre erst zweite Rallye mit dem Opel Corsa Rally4 auf Asphalt deshalb einen großen Fundus, den Erfahrungsschatz aufzustocken und für kommende Aufgaben zu lernen. Die stehen schon bald an – als Nächstes im vollelektrischen ADAC Opel GSE Rally Cup mit der ADAC Rallye Saarland-Pfalz Mitte August.
Der Gesamtsieg bei der Rallye Polen ging an Schönborns Fahrer-Coach Teemu Suninen mit seinem Beifahrer Antti Haapala (FIN/FIN, Škoda). Den Sieg in der EM-Junioren-Wertung feierten erstmals Tom Heindrichs/Jonas Schmitz (BEL/LUX), Teamkollegen von Claire Schönborn im ADAC Opel Junior Rally Team.
„Die Rallye Polen war alles andere als einfach und das Potenzial auf heftige Unfälle leider groß – das hat man ja an den vielen Zwischenfällen gesehen. Wir sind unter diesen Umständen eine saubere Rallye gefahren. Aber auch eine – da bin ich ehrlich –, die von der Leistung her wohl zu meinen schlechtesten zählt. Das nehmen wir als Erfahrung mit und werden nun analysieren, was wir besser machen können. Vor allem mit dem wechselnden Grip-Niveau auf den sehr unebenen Pisten kam ich nicht zurecht und habe nie richtig in den Rhythmus gefunden. Glückwunsch an Teemu Suninen, meinen Coach, der die Rallye gewonnen hat.“
CLAIRE SCHÖNBORN
„Was für ein ereignisreiches Wochenende. Die Rallye Polen war extremst anspruchsvoll, vor allem durch die ständig wechselnden Bedingungen, die nur mit sehr, sehr viel Erfahrung einzuschätzen waren. Für eine Newcomerin wie Claire Schönborn eine wirklich große Herausforderung, die sie sehr gut gemeistert hat. Die Rallye mag nicht nach ihrem Wunsch verlaufen sein, aber sie war eine sehr wichtige für ihre Weiterentwicklung.“
TEEMU SUNINEN
Knifflige Rallye Polen rund um Kattowitz
Bei der Rallye Polen hieß es in diesem Jahr Kattowitz statt Mikołajki und Asphalt statt Schotter. Der EM-Lauf durch Oberschlesien hatte es in sich – inklusive schwer einzuschätzender Streckenverhältnisse. Die spektakuläre Zuschauerprüfung im Zentrum von Kattowitz (2,20 Kilometer) bildete am Freitagabend den Auftakt. Dazu kamen Highlights wie die legendäre Bergprüfung „Przegibek“ (6,50 Kilometer) mit über fünfzig Spitzkehren und Haarnadelkurven sowie „Gmina Jasienica“ (19,00 Kilometer) mit ihrem ultraschmalen Asphalt-Flickenteppich. Den Schlusspunkt am Sonntag setzte die 11,90 Kilometer lange Power Stage „Województwo Śląskie“. Von den 15 angesetzten Prüfungen mit insgesamt 187 gewerteten Kilometern mussten zwei für die EM-Junioren wegen heftiger Unfälle abgesagt werden.

